Die Regel, die Dir viele Berater, Banken und Ratgeber für Gold und Silber nennen, lautet: höchstens 5 bis 10 Prozent des Vermögens. Ich halte sie für ein Relikt aus einer anderen Zeit.

Kann ich es mir heute noch leisten, 80 oder 90 Prozent meines Vermögens in Anlageklassen zu halten, die die nächste Krise womöglich nicht überleben? Oder ist es klüger, den größten Teil dorthin zu legen, wo Krisen seit Jahrtausenden überstanden werden?

Dieser Beitrag hinterfragt die alten Quoten, zeigt Dir die Zahlen, die in den meisten Ratgebern fehlen, und gibt Dir fünf Fragen an die Hand, mit denen Du Dein eigenes Vermögen neu bewertest. Ich bin überzeugt, dass Gold und Silber heute viel stärker gewichtet werden sollten als noch vor einigen Jahrzehnten, und ich begründe Dir, warum. Mit diesen Insights triffst Du Deine eigene Entscheidung. Stand der Quellen: Oktober 2026.

Das Wichtigste zu Gold und Silber im Vermögen in Kürze

  • Die verbreitete Obergrenze von 5 bis 10 Prozent Gold im Vermögen nennen unter anderem die Verbraucherzentralen. Ich halte sie für überholt, weil sich die Rahmenbedingungen seit ihrer Entstehung grundlegend verändert haben.[2]
  • Seit Ende 2000 brachte Gold in Euro rund 10,7 Prozent pro Jahr (bis Ende 2025), Silber rund 10,9 Prozent. Bis Oktober 2026 sind es 10,3 beziehungsweise 9,5 Prozent. Gold zahlt keine Zinsen, aber es bringt Rendite.[3][4]
  • Der Euro hat seit 2000 gegenüber Gold rund 92,9 Prozent an Kaufkraft verloren. Für 100 Euro bekamst Du Ende 2000 gut 10 Gramm Gold, heute weniger als 1 Gramm.[4][5]
  • Die Drei-Speichen-Regel teilt das Vermögen in drei Säulen: Immobilien, Wertpapiere und Edelmetalle. Je ein Drittel ist das klassische Leitbild. Meine Einschätzung: Mindestens ein Drittel Edelmetalle ist sinnvoll, die Tendenz geht eher nach oben.
  • Namhafte Stimmen gehen weit über 10 Prozent hinaus: Tim Schieferstein hält 30 bis 50 Prozent Gold für sinnvoll, Marc Friedrich nannte 2021 rund 30 Prozent Edelmetalle.[6][7]
  • Bei großen Vermögen liegt das Risiko meist in einem einzigen Klumpen: Immobilien, Aktien oder das eigene Unternehmen. Edelmetalle sind die Speiche, die fehlt.
  • Gold und Silber sind liquide: Du kannst jederzeit Teilmengen verkaufen, während Du bei einer Immobilie oder einer Firma nur im Ganzen verkaufen kannst und oft Monate wartest.
  • Große Mengen gehören nicht ins Wohnzimmer und nicht ins Bankschließfach, sondern in ein Zollfreilager. Warum, erkläre ich in einem eigenen Beitrag.

Warum die 10-Prozent-Regel für Gold nicht mehr in die Zeit passt

Das ist ein Wert von gestern. Ein Durchschnitt über mehr als 125 Jahre mischt Epochen, die mit heute wenig zu tun haben: Zeiten, in denen der Goldpreis an den US-Dollar gebunden war (bis 1971 mit 35 Dollar je Unze), und Zeiten, in denen Währungen noch an Gold gekoppelt waren. Wer daraus eine Quote für heute ableitet, schaut mit dem Rückspiegel auf eine andere Straße.

Heute sieht die Welt anders aus. Währungen sind ungedecktes Papiergeld, Notenbanken bestimmen die Zinsen, die Staaten sind hoch verschuldet, Krisen jagen einander, und der Euro verliert gegenüber Sachwerten seit Jahren an Kaufkraft. Ich halte es deshalb für falsch, eine Regel aus einer anderen Zeit unbesehen zu übernehmen. Die Frage ist nicht, ob Verbraucherzentralen etwas Falsches schreiben. Die Frage ist, ob ihre Quote noch zur heutigen Lage passt, und ich sage: nein.

Eine Regel, die aus einer Zeit mit festem Goldpreis und weniger Schulden stammt, ist kein Maßstab für heute. Sie ist ein Ausgangspunkt, den Du hinterfragen darfst.

Gold seit 2000: rund 10 Prozent pro Jahr in Euro, obwohl es keine Zinsen zahlt

Gold zahlt keine Zinsen und keine Dividenden. Trotzdem hat es Rendite gebracht, und zwar mehr, als die meisten Sparbücher, Festgelder und Anleihen in dieser Zeit zusammen: Die Rendite kommt aus dem Wertzuwachs.

Beispiel: Der Krügerrand

Grafik: 1 Kilogramm Gold kostete Ende 2000 rund 9.400 Euro und im Oktober 2026 rund 119.150 Euro

1 Kilogramm Gold in Euro: Ende 2000 gegenüber Oktober 2026 (Quelle: gold.de, eigene Berechnung).

Silber seit 2000: rund 10,9 Prozent pro Jahr und noch mehr Kraft nach oben

Zeitraum

Kennzahl

Quelle

Gold, Ende 2000 bis Ende 2025 (Euro)

rund 10,7 % pro Jahr (Faktor 12,6)

gold.de, eigene Berechnung

Gold, Ende 2000 bis 18.10.2026 (Euro)

rund 10,3 % pro Jahr (Faktor 12,7)

gold.de, eigene Berechnung

Silber, Ende 2000 bis Ende 2025 (Euro)

rund 10,9 % pro Jahr (Faktor 13,2)

gold.de, eigene Berechnung

Silber, Ende 2000 bis 18.10.2026 (Euro)

rund 9,5 % pro Jahr (Faktor 10,3)

gold.de, eigene Berechnung

Gold, 20 Jahre bis 18.10.2026

+680,7 %

gold.de

Silber, 20 Jahre bis 18.10.2026

+440,5 %

gold.de

100 Euro in Gold: Ende 2000 / heute

10,6 Gramm / 0,84 Gramm

gold.de, eigene Berechnung

Euro gegenüber Gold, seit 2000

−92,9 % Kaufkraft

Xetra-Gold, Gold Compass April 2026

Liniendiagramm: Gold stieg seit Ende 2000 in Euro um rund 1.166 Prozent, Silber um rund 933 Prozent

Gold und Silber seit Ende 2000: Kennzahlen laut gold.de, Kursverlauf schematisch dargestellt.

Vergangene Entwicklungen sind keine Garantie für die Zukunft. Sie zeigen aber, welche Zahlen in Ratgebern oft fehlen, wenn von „höchstens 10 Prozent“ die Rede ist.

Die Drei-Speichen-Regel: Warum ein Drittel Edelmetalle mehr als ein Gedankenspiel ist

Stell Dir ein Wagenrad mit drei Speichen vor. Bricht eine, läuft das Rad immer noch, wenn auch holprig. Hast Du nur eine oder zwei Speichen, trägt das Rad nicht mehr. Das ist der Gedanke hinter der Drei-Speichen-Regel für Vermögen: Immobilien, Wertpapiere und Edelmetalle tragen je ein Drittel.

Wagenrad mit drei Speichen: Immobilien, Wertpapiere sowie Gold und Silber tragen je ein Drittel des Vermögens

Die Drei-Speichen-Regel: je ein Drittel Immobilien, Wertpapiere und Edelmetalle (Leitbild).

Der Gedanke der Streuung auf drei Säulen ist alt und taucht in vielen Vermögenstraditionen auf. Für mich ist er heute aktueller denn je. Ich halte mindestens ein Drittel Edelmetalle für sinnvoll, und die Tendenz geht eher nach oben, weil die Krisen, die Verschuldung und die Inflation nicht kleiner werden.

Und genau hier liegt die Frage, die ich Dir stellen möchte: Sollte ein Drittel nicht das neue Minimum werden?

Wo liegt Dein Klumpenrisiko? Die ungemütliche Frage zuerst

Viele Vermögende sind stark in Immobilien investiert und halten das für richtig. Aber hat das etwas mit „ein Drittel, ein Drittel, ein Drittel“ zu tun? Andere sind fast nur in Aktien unterwegs. Wie sieht das Vermögen aus, wenn es an der Börse kracht? Und wie viel hängt an der eigenen Firma? Das sind keine rhetorischen Fragen. Sie sind der Anfang jeder ernsthaften Vermögensstruktur.

Baustein

Typische Rolle

Frage an Dich

Unternehmen

Einkommensquelle, oft größter Einzelposten

Wie abhängig ist Dein Vermögen von dieser einen Firma?

Immobilien

Sachwert, Nutzung oder Vermietung

Wie viel Prozent Deines Vermögens sind es, und wie schnell wären sie verkauft?

Wertpapiere

Rendite und Wachstum

Was passiert mit Deinem Vermögen, wenn die Börse kräftig einbricht?

Liquidität

Flexibilität

Wie viel liegt wo, und wie viel davon hängt an einem einzigen Institut?

Gold und Silber

Wertspeicher, Absicherung

Welche Speiche trägt Dein Vermögen, wenn die anderen wanken?

Einseitige Vermögensstruktur (nur Immobilien, nur Aktien, nur Bargeld) im Vergleich zum Drei-Speichen-Leitbild mit Immobilien, Aktien sowie Gold und Silber

Klumpenrisiko gegenüber dem Drei-Speichen-Leitbild.

Die fünf Fragen für Dein Vermögen

Frage 1: Welche Aufgabe soll Gold in Deinem Vermögen übernehmen?

Definiere die Rolle, bevor Du über Mengen nachdenkst: Schutz vor Geldentwertung, Streuung gegenüber Aktien, Anleihen und Immobilien, ein Puffer für Krisen oder ein Wertspeicher außerhalb des Bankensystems. Gold ist die älteste Währung, die bis heute Bestand hat. Es ist kein Versprechen eines Staates oder einer Bank, sondern ein Wert, der seit Jahrtausenden gilt. Für mich ist Gold keine Spekulation, sondern eine Versicherung, die Dein Vermögen durch jede Krise trägt.

Frage 2: Wie stark ist Dein Vermögen von einem einzelnen Baustein abhängig?

Frage 3: Wie schnell kommst Du an Dein Vermögen, und zu welchem Preis?

Hier hat Gold einen Vorteil, den viele übersehen. Eine Immobilie zu verkaufen, dauert oft ein Vierteljahr, manchmal ein halbes Jahr, bis alles über die Bühne ist. Bei einem Unternehmensverkauf sind es oft noch deutlich längere Zeiträume. Aktien sind schnell verkauft, aber wer sagt Dir, dass Du dann den Preis bekommst, den Du Dir wünschst, wenn alle gleichzeitig verkaufen wollen?

Gold und Silber kannst Du dagegen jederzeit und weltweit in Teilmengen verkaufen. Du musst nicht das ganze Haus verkaufen, sondern einen Barren, eine Münze oder nur ein paar Gramm. Das gibt Dir ein Höchstmaß an Flexibilität, genau dann, wenn Du sie brauchst.

Liquidität im Vergleich: Bargeld sofort, Gold und Silber sehr schnell, Aktien schnell, Fonds und ETFs meist schnell, Immobilien langsam

Wie schnell verschiedene Vermögenswerte verfügbar sind (Einordnung).

„Wie schnell kommst Du in einer Krise an Dein Geld, und wie viel Deines Vermögens musst Du dafür auf einmal verkaufen?“

Frage 4: Wo liegt Dein Vermögen, und wem gehört es im Ernstfall?

Wichtig: Große Mengen Gold und Silber gehören weder ins Wohnzimmer noch ins Bankschließfach. Zu Hause lagerst Du nur kleine Mengen, den Rest am besten in einem Zollfreilager. Warum das so ist, erkläre ich in einem eigenen Beitrag.

Und bei Bankguthaben lohnt der Blick darauf, was im Krisenfall wirklich abgesichert ist und was nicht. Dazu schreibe ich ebenfalls einen eigenen Beitrag, denn die Details werden in den meisten Ratgebern stark vereinfacht.

Frage 5: Wie leicht lässt sich Dein Vermögen an die nächste Generation weitergeben?

Auch hier hat Gold einen Vorteil. Eine Immobilie oder ein Unternehmen lässt sich schwer teilen. Wie teilst Du ein Haus gerecht zwischen drei Kindern, wenn einer drin wohnen will und die anderen ausgezahlt werden müssen? Gold und Silber lassen sich dagegen einfach aufteilen und übertragen: nach Gramm, nach Unzen, nach Barren, ohne Streit um Bewertungen und Verkäufe.

„Wie einfach wäre es, Dein Vermögen gerecht aufzuteilen, und wie viel davon wäre ohne Verkauf übertragbar?“

Die häufigsten Einwände gegen Gold und Silber und warum sie weniger wiegen, als sie klingen

„Die Preise schwanken.“ Das tun Aktien und Immobilienpreise auch. Der Unterschied: Gold ist seit Jahrtausenden Geld und kein Versprechen. Wer langfristig denkt, nutzt Schwankungen und wartet sie ab.

„Wohin damit?“ Auch dafür gibt es eine Antwort: kleine Mengen zu Hause, die Hauptmenge im Zollfreilager.

Wenn selbst die Notenbanken ihre Goldbestände aufstocken: Warum sollte Dein Vermögen ohne diese Speiche auskommen?

Häufige Fragen zu Gold und Silber im Vermögen

Wie viel Gold und Silber sollte man im Vermögen haben?

Was ist die Drei-Speichen-Regel für Vermögen?

Das Vermögen wird auf drei Säulen verteilt: Immobilien, Wertpapiere und Edelmetalle, je ein Drittel. Wie bei einem Rad mit drei Speichen trägt das Ganze weiter, wenn eine Speiche schwächelt.

Meine Haltung: Ein Drittel ist das Minimum für Edelmetalle, nicht die Obergrenze.

Bringt Gold Rendite, obwohl es keine Zinsen zahlt?

Wie viel Rendite hat Silber seit 2000 gebracht?

Warum halte ich die 10-Prozent-Regel für überholt?

Ist Gold eine sichere Geldanlage?

Gold ist die älteste Währung der Welt, die bis heute Bestand hat, und kein Versprechen eines Staates oder einer Bank. Für mich ist es deshalb eine Absicherung und keine Spekulation.

Wie jeder Wert schwankt auch der Goldpreis. Wer langfristig denkt, hat Gold als stabilen Baustein im Vermögen.

Wie schnell kann ich Gold verkaufen?

In der Regel innerhalb weniger Tage, und das in Teilmengen. Du musst nicht alles auf einmal verkaufen, sondern nur den Betrag, den Du brauchst.

Zum Vergleich: Eine Immobilie braucht oft ein Vierteljahr oder länger, ein Unternehmen deutlich länger.

Ist Silber besser als Gold?

Was ist mit Immobilien und Aktien?

Sind Gewinne mit physischem Gold steuerfrei?

Wo lagere ich größere Mengen Gold und Silber?

Große Mengen gehören weder zu Hause noch ins Bankschließfach. Zu Hause lagerst Du nur kleine Mengen, den Rest am besten in einem Zollfreilager.

Warum das so ist, erkläre ich in einem eigenen Beitrag.

Wie finde ich meine eigene Struktur?

Beginne mit der Übersicht Deiner Bausteine und den fünf Fragen aus diesem Beitrag. Danach lässt sich die Rolle von Gold und Silber bestimmen.

Wenn Du das in Ruhe durchsprechen möchtest, ist das im kostenfreien Webinar oder im persönlichen Strategiegespräch möglich.

Fazit: Die alte Quote war eine Antwort auf eine andere Zeit

Das ist keine Garantie für die Zukunft. Aber es ist ein guter Grund, die Frage neu zu stellen: Wie viel Gold und Silber trägt Dein Vermögen heute? Ich bin überzeugt, dass es mehr sein sollte, als die meisten Ratgeber nennen, mindestens ein Drittel, mit Tendenz nach oben.

Die Frage ist nicht, ob Du Dir ein Drittel Edelmetalle leisten kannst. Die Frage ist, ob Du Dir ein Vermögen ohne diese Speiche noch leisten kannst.

Der nächste Schritt: Von der Erkenntnis zur eigenen Struktur

Die fünf Fragen lassen sich in Ruhe zu Hause durchdenken. Spannend wird es, wenn Du sie auf Dein eigenes Vermögen anwendest: Welche Bausteine hast Du, wo liegt Dein Klumpenrisiko, und wie sieht eine Struktur aus, die zu Deinen Zielen passt?

Das lässt sich nicht pauschal in einem Blogartikel beantworten, sondern nur mit Blick auf Deine Situation.

Wenn Du Deine Antworten in Ruhe einordnen möchtest, kannst Du Dir mein kostenfreies Webinar ansehen oder ein persönliches Strategiegespräch vereinbaren.

Quellen und weiterführende Informationen

Die Einordnung der Drei-Speichen-Regel, die Einschätzung, dass ein Drittel Edelmetalle sinnvoll ist und die Tendenz nach oben geht, sowie die Hinweise zu Klumpenrisiko, Liquidität und Lagerung beruhen auf meiner persönlichen Analyse und Erfahrung. Vergangene Entwicklungen sind keine Garantie für die Zukunft. Abrufdatum der Quellen: 18. Oktober 2026.